NS-Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung

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DISKRIMINIERUNG: „Die haben alle den gleichen Geruch – eben typisch jüdisch“
Szene aus der Verfilmung von Valentin Sengers Autobiografie „Kaiserhofstraße 12“ (1980):
Ein Rendezvous zwischen Valentin und einem Mädchen findet ein schnelles Ende, als sie sich zur Diskriminierung der Juden äußert:
„Die sind ja `ne andere Rasse. Ich sag Dir, ich hab‘ mit Juden zu tun gehabt, mit unserer Kundschaft in der Gärtnerei eben. Die haben alle den gleichen Geruch gehabt – irgendwie…unangenehm. Naja, eben typisch jüdisch. Bestimmt, ich kann riechen, ob einer `n Jud ist!“
(Video, 3:09)

POGROM: Niederbrennung von Synagogen in Frankfurt am Main I
Lesung von Valentin Senger in der Holbeinschule in Frankfurt am 5.11.1987 aus seiner Autobiografie „Kaiserhofstraße 12“:
„Und dann stand ich in der Menschenmenge am Börneplatz und sah die Flammen, die aus dem großen Kuppelbau der Synagoge schlugen. Mit Löschschläuchen in den Händen standen einige Feuerwehrleute herum, aber sie bekämpften nicht den Brand. Sie hatten offensichtlich Anweisung, die Synagoge ausbrennen zu lassen.“
(Video, 3:05)
POGROM: Niederbrennung von Synagogen in Frankfurt am Main II
Szene aus der Verfilmung von Valentin Sengers Autobiografie „Kaiserhofstraße 12“ (1980):
Ein Hitlerjunge berichtet in Valentins Ausbildungsbetrieb begeistert von der Zerstörung mehrerer Synagogen in Frankfurt: „Am Börneplatz die Synagoge, die hat am schönsten gebrannt. An der Friedberger Anlage, das war anfangs nicht so gut. Da haben wir ein bisschen nachgeholfen mit ein paar Fässchen Benzin.“
(Video, UT, 0:38)
POGROM: Zeitzeugenbericht zu den Novemberpogromen 1938 in Frankfurt am Main
Lesung von Valentin Senger in der Holbeinschule in Frankfurt am 5.11.1987 aus seiner Autobiografie „Kaiserhofstraße 12“:
„Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dastand und in die Flammen starrte. Ein Gefühl überwältigte mich, wie ich es bisher nicht gekannt hatte. Auch ich war einer von denen, die da gequält und geschunden wurden. Noch nie war es mir so deutlich ins Bewusstsein gedrungen, dass ich zu ihnen gehörte. Ihr Schicksal war mein Schicksal.“
(Video, UT, 1:38)
DEPORTATION: Abtransport der jüdischen Bevölkerung Frankfurts
Szene aus der Verfilmung von Valentin Sengers Autobiografie „Kaiserhofstraße 12“ (1980):
Valentin und seine Schwester sehen, wie jüdische FrankfurterInnen unter Beschimpfungen abtransportiert werden – darunter auch der Freund von Valentins Schwester.
(Video, 1:23)
VERNICHTUNG: Antisemitische Propaganda, Bedrohung und Pogrome
In der Dokumentation „Die Todesfabrik“ (1995) wird der NS-Propagandafilm „Der ewige Jude“ (1940) zitiert. Es sind Ratten zu sehen: „Sie sind hinterlistig, feige und grausam und treten meist in großen Scharen auf. Sie stellen unter den Tieren das Element der heimtückischen, unterirdischen Zerstörung dar – nicht anders als die Juden unter den Menschen.“ Zudem werden Aufnahmen einer Rede Hitlers von 1939 eingeblendet, in der er mit der „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ droht.
(Video, 1:40)

VERNICHTUNG: Die „Ausrottung der Juden“ als „Ruhmesblatt“
Reichsführer-SS Heinrich Himmler spricht im Oktober 1943 bei einem geheimen Treffen in Polen vor SS-Offizieren zur „Ausrottung der Juden“:
„Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Und dies durchgehalten zu haben und dabei – abgesehen von menschlichen Ausnahmeschwächen – anständig geblieben zu sein, hat uns hart gemacht und ist ein niemals genanntes und niemals zu nennendes Ruhmesblatt.“
(Video, UT, 2:00)
VERNICHTUNG: BBC 1942: Bericht über die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa
Tagebucheintrag Anne Franks zur Deportation von Juden und Jüdinnen vom 9.10.1942 und Mitschnitt einer BBC-Radiosendung vom 24.12.1942: „Der letzte Akt der Judentragödie beginnt. In Massen wurden die übrig gebliebenen Juden – Greise, Frauen, Kinder – in unbeheizten Viehwagen nach den polnischen Ghettos verfrachtet. Unzählige gingen unterwegs zu Grunde an Erschöpfung und Hunger. Ganze Transportzüge wurden vergast. […] Millionen Menschen werden ausgerottet.“ (Video mit Originalton, 3:34)
VERNICHTUNG: Das Vernichtungslager Sobibór: „Willkommen im Arbeitslager!“
Ausschnitte aus dem Film „Sobibor“ (1987): Gezeigt wird die Ankunft eines Transports im Vernichtungslager Sobibór, das 1942 in Polen errichtet wurde. Die Gefangenen werden von den „Reichsbrigadejuden“ in Empfang genommen und durch die SS „begrüßt“: „Das hier ist ein Arbeitslager und Sie sind hier um zu arbeiten. Sie werden hart arbeiten, aber harte Arbeit ist gut für die Seele. Also sind wir in Wahrheit Ihre Wohltäter.“ Dann wird der Großteil der Angekommenen in die Gaskammern geführt und ermordet.
(Video, 3:19)
BEFREIUNG: BBC 1945: Überlebende von Bergen Belsen
Originalaufnahmen des Senders BBC (1945):
Die jüdischen Überlebenden des Konzentrationslagers Bergen-Belsen singen kurz nach ihrer Befreiung die spätere israelische Nationalhymne „HaTikvah“.
(Video, UT, 1:41)

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