Pädagogik in der NS-Zeit

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Rassenbiologischer Unterricht behandelt Familienstammbaum der Schüler
Szene aus dem Film „Kaiserhofstr. 12“ (1980): Der Lehrer des jungen Valentin Senger gibt der Klasse die Hausaufgabe ihren Familienstammbaum zu zeichnen: „So. Und damit ihr euch mal mit der Geschichte eurer Familie beschäftigt, heißt die Hausaufgabe zur nächsten Stunde ‚Mein Stammbaum‘. Und zwar so genau wie möglich, wenn ich bitten darf!“
(Video, 2:31)
Rassenbiologischer Unterricht behandelt Schädelvermessung
Szene aus dem Film „Kaiserhofstr. 12“ (1980): Der Lehrer will die Herkunft Valentin Sengers durch Ausmessung seines Kopfes überprüfen: „Na, er ist genau das, was ich vermutet hab, typischer Mittelkopf, schmalgesichtig. So müssen wir sie uns vorstellen, deine Ahnen. Dynarische Typen und du dazu mit einem leicht ostischen Einschlag. Eine gute arische Rasse, Senger.“
(Video, 3:54)
Wegen Hetze des Schulleiters von Mitschülern verprügelt
Der Zeitzeuge Wiedecke berichtet bei einer Veranstaltung (1994) von seiner Schulzeit an der Frankfurter Holbeinschule in den Jahren 1936/37. Er und ein Mitschüler wurden aufgrund ihrer Herkunft und weil sie nicht in der Hitler-Jugend waren täglich von anderen Mitschülern verprügelt.
Diese wurden vom Schulleiter mit den Worten aufgehetzt: „Das sind nämlich die Weichlinge und die werden fallen und müssen fallen.“
(Video, UT, 2:41)
Trude Simonsohn zur Geschichte der Kinder im KZ Theresienstadt
Trude Simonsohn, jüdische Holocaust-Überlebende, erzählt am 27. Januar 2010 vor über 300 Studierenden der Goethe-Universität von ihrer Deportation nach Theresienstadt und wie sie dort verbotenerweise Schulunterricht für Kinder organisierte – bis sie 1944 nach Auschwitz deportiert wurde.
(Video, 2:38)
Janusz Korczaks Wirken als Pädagoge
Ausschnitt aus einer Dokumentation Janusz Korczak. Der jüdisch-polnische Pädagoge entwickelte ab 1911 als Leiter eines Waisenhauses in Warschau ein alternatives Erziehungskonzept, das er später auch im jüdischen Waisenhaus im Warschauer Ghetto umzusetzen versucht:
„Korczak will Menschen erziehen, die selbstbewusst und eigenverantwortlich handeln, die kritikfähig und kreativ sind, fähig, den Schwächeren zu achten und für dessen Rechte einzutreten.“
(Video, 3:49)
Die Institution des „Kindergerichts“ in Korczaks Pädagogik
Ausschnitt aus dem Film „Korczak“ (1990): Besucherinnen und Besucher des von Korczak geleiteten Waisenhauses wundern sich darüber, dass vor dem „Kindergericht“, das über alle Streitfragen im Waisenhaus entscheidet, auch die Lehrerinnen und Lehrer angeklagt werden können. Der Pädagoge Korczak entgegnet: „Es gibt keine schlimmeren Tyrannen als Lehrer. Bei uns können sich die Kinder gegen Despotismus wehren.“
(Video, 1:02)
Kritik an Korczak durch ehemalige Waisenhauskinder
Ausschnitt aus dem Film „Korczak“ (1990): Ehemalige Waisenhauskinder machen Korczak Vorwürfe:
„Wissen Sie, Herr Doktor, als wir das Waisenhaus verlassen haben, dachten wir, die Welt wäre gut, liebevoll. Dann wurden wir von Euch in diese Welt geschickt, noch Kinder, und mussten ums Überleben kämpfen. Diese Erziehung zum Humanismus, diese noblen Ideen, diese ganze Illusion von Demokratie, die Sie eingeimpft haben, hat uns wehrlos gemacht.“
(Video, 0:52)

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