Vernichtungspolitik – Sinti und Roma

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Ricky Adler über Abholung aus der Schule
Auf einer Veranstaltung (1994) erzählt der Sinto Hermann Ricky Adler, wie er 1941 als Dreizehnjähriger aus der Schule abgeholt und mit seiner Familie in ein Internierungslager gebracht wurde: „Der Lehrer hat gesagt: Da sind zwei Kriminalbeamte, die wollen dich mitnehmen.“
(Video, 3:25)
Ricky Adler berichtet über seinen Transport von Frankfurt nach Auschwitz und die Ankunft im Lager
Auf einer Veranstaltung (1994) berichtet der Sinto Ricky Adler über den mehrtägigen Transport in Viehwaggons in das sog. Zigeunerlager in Auschwitz.
„Wir Kinder haben gefragt: ‚Was ist denn los? Wo kommen wir hin?’ Wir haben ja keine Antwort gekriegt. Aber die Eltern haben dann gefragt. Ja, ihr kommt in ein anderes Land, Polen, der Name heißt Oswiecim. Da werdet ihr angesiedelt, da bekommt ihr Häuser. Ihr müsst dann auch euer Brot und alles selber backen.“
(Video, 1:58)
Ricky Adler berichtet von seiner Arbeit im Sonderkommando an der Rampe in Auschwitz
Auf einer Veranstaltung (1994) berichtet der Sinto Ricky Adler über seine Arbeit im Sonderkommando.
„Die Transporte, die gekommen sind, die wurden sofort an die Rampe gebracht und dann waren Leute da und die haben gesagt: ‚So jetzt da hinstellen, geht da durch, ihr werdet gebadet. Ihr müsst eure Klamotten abgeben und alle, ihr kriegt alles wieder.’ Kamen rein in die Gaskammer, kamen aber nie mehr raus. Wurden sofort vergast und verbrannt.“
(Video, 1:58)
Valentin Senger analysiert die Verdrängung nach 1945
Valentin Senger, der als jüdischer Junge mit gefälschten Papieren der Vernichtung entkam, auf einer Veranstaltung (1988): Der Abtransport der Sinti und Roma in der Frankfurter Kaiserhofstraße war dramatisch, unübersehbar und doch gaben die anderen Hausbewohner nach 1945 an, sich daran nicht erinnern zu können:
„Ich versichere Ihnen, ich habe nicht einen einzigen gefunden, der mir sagen konnte, ich war auch dabei.“
(Video, 2:28)
Bericht einer ehemaligen Schülerin der Universitätsschule in Jena über „Zigeuner“ in der Schule im NS
Bei einer Veranstaltung zum Schulalltag in der NS-Zeit an der Universitätsschule Jena (2010) berichtet eine ehemalige Schülerin: „Wir hatten zwei oder drei Geschwister in der Schule, die… ja, wir haben sie damals Zigeuner genannt, weil sie so aussahen wie Zigeuner: klein und kohlrabenschwarz. Wo die dann hingekommen sind, wissen wir nicht.“
(Video, 0:30)
Hildegard Lagrene erzählt auf einer GEW-Veranstaltung über das Zusammentreffen mit einem NS-Täter nach 1945
Bei einer Veranstaltung der GEW im DGB-Haus Frankfurt (1988) erzählt Hildegard Lagrene, wie sie nach ihrer Befreiung aus dem Konzentrationslager bei der Rückkehr nach Duisburg jenen NS-Täter in einer Behörde wiedertraf, der für ihre Deportation verantwortlich war: „Dann geh ich hin, sehe den Mann und er sagte, wie er mich und meinen Bruder gesehen hatte: ‚Ach Gott, die Kreuzkinder!’ Er hat mich wieder erkannt. ‚Kinder, macht mir keine Schwierigkeiten!’ sagte dieser Mann zu mir! Dann bin hin gesprungen und hab ihm eine geknallt. Der ist direkt vom Stuhl runter gefallen.“
(Video, 1:15)
Romano Strauß berichtet von Diskriminierungen der Sinto-Schüler_innen in Leipzig 1992
Auf einer Veranstaltung des StadtschülerInnenrates Frankfurt berichtet der Sinto Romano Strauß über antiziganistische Diskriminierungen 1992:
„Ich habe meine Kinder aus der Schule nehmen müssen, denn was wirklich da vorgefallen ist, hat mich an meine Eltern erinnert. Man hat die Kinder mit Polizeischutz von der Schule holen müssen.“ (Video, UT, 2:31)

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